Schulprogramm Stufenklassen

Stufenklassen an der Rudolf-Dießel-Schule

Grundgedanke

Die Rudolf-Dießel-Schule bietet neben den jahrgangshomogenen Lerngruppen das Modell der Stufenklassen an. In Stufenklassen lernen Schüler:innen unterschiedlichen Alters und Entwicklungsstandes gemeinsam. Ziel ist es, ein Lernumfeld zu schaffen, das individuelle Förderung ermöglicht, soziale Kompetenzen stärkt und das Lernen voneinander bewusst in den Mittelpunkt stellt. Durch die Heterogenität in den Lerngruppen entstehen Situationen, in denen Hilfe gegeben und angenommen wird, ältere Schüler:innen Vorbild- und Mentorrollen übernehmen und Jüngere von den Erfahrungen der Älteren profitieren. Dabei steht die Förderung der Selbstständigkeit jedes einzelnen Kindes ebenso im Fokus wie die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.

Stufenklassen in der Primarstufe

In der Primarstufe sind die Klassen jahrgangsübergreifend aus den Jahrgängen 1 bis 4 zusammengesetzt. Dieses Setting ermöglicht den Schüler:innen, soziale Verantwortung zu übernehmen, sich gegenseitig beim Lernen zu unterstützen und flexibel in ihrem individuellen Tempo zu arbeiten. Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Integration der Schulanfänger:innen. Sie werden durch die bestehende Lerngruppe aufgenommen und erhalten Unterstützung im Ankommen und Eingewöhnen in den schulischen Alltag.

Stufenklassen in der Sekundarstufe I

Die Stufenklassen der Sekundarstufe I umfassen die Jahrgänge 5 bis 9. Auch hier steht das Lernen am Modell, die gegenseitige Unterstützung und die Entwicklung sozialer Kompetenzen im Vordergrund. Durch die Mischung verschiedener Altersgruppen werden Konkurrenzsituationen reduziert und Rollenverteilungen regelmäßig neu gestaltet. Auch schulorganisatorisch bieten Stufenklassen Vorteile, etwa bei der Aufnahme von Quereinsteiger:innen oder der Auflösung schwieriger Klassenkonstellationen.

Gemeinsame Prinzipien und Ziele

Die Stufenklassen verfolgen, unabhängig vom Lernbereich, dieselben Grundgedanken:

  • Individuelle Förderung durch innere (Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Projekte, Gruppen- und Stationsarbeit) und äußere (AGs, Bänder, Praxisangebote wie Werken oder Hauswirtschaft) Differenzierung

  • Stärkung sozialer Kompetenzen durch altersgemischtes Lernen

  • Verantwortungsübernahme und Lernen am Modell

  • Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung

  • Flexibilität bei der Gestaltung von Lerngruppen und Lernumgebungen

  • Lehrkräfte agieren als Lernprozessbegleiter:innen

Damit leisten die Stufenklassen einen wichtigen Beitrag zur Schulkultur, indem sie den Blick für Vielfalt öffnen und gegenseitiges Lernen ermöglichen.

Kooperation zwischen Primar- und Sekundarstufe

Ein wesentliches Ziel für die Weiterentwicklung der Stufenklassenarbeit ist die enge Kooperation zwischen Primar- und Sekundarstufe. Gemeinsame Projekte, Austausch von Erfahrungen und eine abgestimmte Übergangsgestaltung können dazu beitragen, dass die Schüler:innen in ihrer Entwicklung kontinuierlich begleitet werden. So können die positiven Erfahrungen aus der Primarstufe in die Sekundarstufe hineinwirken und umgekehrt Impulse für die Arbeit im Primarbereich entstehen.